Frau hält rotes Herz vor sich hin.
Es ist ein Knie zu sehen, auf dem die Hand einer älteren Frau liegt.
Traum vom Meer soll kein Traum bleiben!

Maria (Name geändert) stammt aus Italien. Als junge Frau ist sie mit ihrem damaligen Mann nach Deutschland gekommen. Ohne Berufsausbildung und Sprachkenntnisse ist sie bis heute wacker ihren Weg gegangen. Die beiden Töchter sind inzwischen aus dem Haus, vom Ehemann ist sie geschieden. Jetzt, als 72-Jährige, lebt sie in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in München. Dort ist sie Anfang des Jahres im Bad gestürzt. Lag mehrere Stunden hilflos am Boden. Bis ihre Nachbarin, die einen Wohnungsschlüssel hat, sie dort fand. Im Krankenhaus ist Maria mehrmals operiert worden. Allerdings sind die Brüche in den Beinen so kompliziert, dass es nicht möglich war, ihre Rüstigkeit wiederherzustellen. Geblieben sind Schmerzen in der Hüfte und im Oberschenkel, die sie besonders bei kalter Witterung spürt. Dann werden selbst die täglichen Besorgungen zum Kraftakt … Ein Wunsch ist Maria geblieben – noch einmal in die Heimat nach Italien, ans Meer zu fahren. Doch das ist bislang nur ein Traum: Wenn sie die Augen schließt, dann ist Maria genau dort, in Italien am Meer. Lesen Sie den kompletten Adventruf bei unserem Kooperationspartner der Aktion: der Münchner Kirchenzeitung und helfen Sie mit, damit Marias Traum wahr wird.
Unser Team aus dem Alten- und Servicezentrum (ASZ) in der Au kümmert sich um Maria. Zwei Mal in der Woche geht Maria zum Mittagstisch, bekommt dort eine warme Mahlzeit und kann sich mit anderen austauschen. Das ASZ ist eine Einrichtung der offenen Altenarbeit der Landeshauptstadt München in Betriebsführung des Caritasverbands München. Derzeit gibt es 32 Alten- und Service-Zentren in unterschiedlicher Trägerschaft. Im ASZ in der Au gibt es den Mittagstisch - in der aktuellen Form - seit acht Jahren: jeweils dienstags und donnerstags. Mittwochs ist Suppentag und freitags gibt es die Möglichkeit an einem Frühstück teilzunehmen. Wöchentlich nutzen dieses Angebot etwa 30 Personen, besonders Frauen nehmen das gesellige Mittagessen wahr. Sozialarbeiterin Johanna Weiel ist für den Mittagstisch verantwortlich. Mit ihr haben wir ein kurzes Interview über das Angebot geführt.
Sozialarbeiterin Johanna Weiel
1. Der Mittagstisch ist ein Ort mit Leib & Seele, weil …
… er die Möglichkeit bietet mit Menschen in Kontakt zu kommen, über Gott und die Welt zu reden (Seele) und dabei ein leckeres und abwechslungsreiches Menü zu genießen (Leib).

2. Welche Speisen sind besonders beliebt?

Typische Hausmannskost, wie Schnitzel. Aber auch ein Kartoffel-Lauch Auflauf oder exotischeres Essen, zum Beispiel Frühlingsrollen, kommen sehr gut an.

3. Was bedeutet das analog für den Speiseplan? Welche Gerichte sind darauf zu finden?

Auf dem Speiseplan stehen überwiegend wechselnde Gerichte mit Fisch und Fleisch oder vegetarische Varianten. Dabei achten wir darauf, dass es immer eine vegetarische Alternative gibt. Bei unserer Tagessuppe und dem Dessert schauen wir darauf, dass wir saisonale Lebensmittel verwenden. Ansonsten ist der Speiseplan abwechslungsreich und ausgewogen gestaltet. Mittwochs bieten wir zudem einen Suppentag auf vegetarischer Basis an, für Menschen, denen ein Drei-Gänge-Menü zu viel ist. Auch die Kooperation mit Firmen aus dem Stadtviertel sind uns wichtig. Das Hauptgericht bekommen wir von der Firma AllrAUnd frisch geliefert, die Menschen mit einem Handicap den Berufseinstieg erleichtern.

4. Apropos Nachtisch, welcher ist besonders beliebt?
Oh, da fallen mir viele Leckereien ein. Passend zur Weihnachtszeit gab es letztens einen gefüllten Bratapfel, der besonders gut bei den Besuchern und Besucherinnen ankam. Unsere Hauswirtschaftskraft zaubert immer sehr leckere Desserts, die auch optisch was her machen. Getreu nach dem Motto „Das Auge isst mit“!

5. Ist nach dem Essen noch Zeit für einen Plausch?
Natürlich! Wie am Motto mit „Leib und Seele“ erkennbar ist, ist es auch gewünscht. Nach dem Essen gibt es die Möglichkeit bei einem Kaffee oder Espresso zu verweilen und sich besser kennenzulernen. Donnerstags trifft sich nach dem Mittagstisch unsere Canasta-Gruppe, um gemeinsam zu spielen. Jeder ist herzlich eingeladen, jeder Zeit dazu zu stoßen. Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist es, mit dem Mittagstisch einer Vereinsamung vorzubeugen und in einem niederschwelligen Rahmen, Raum für Begegnung zu schaffen.

6. Wer bekommt eine Ermäßigung für die Teilnahme am Mittagstisch?
Aktuell bekommen alle Personen, die mit weniger als 1500 € im Monat über die Runden kommen müssen eine Ermäßigung von 2,50 €. Wenn eine Person Grundsicherung bezieht, gibt es die Möglichkeit den vollen Betrag vom Sozialbürgerhaus zu beantragen. Ab 2019 gibt es eine neue Regelung für die Ermäßigung in den ASZs. Wie bisher werden die Kosten für Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung auf Antrag im Rahmen der SGB XII-Leistungen übernommen. Für Menschen mit geringem Einkommen bis zu 1.350 € und einem Vermögen bis zu 20.000 € wird der Mittagstisch an drei Wochentagen kostenlos sein. Generell gilt aber, wenn man Probleme hat die Kosten für den Mittagstisch aufzubringen, stehen wir gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung und finden eine geeignete Lösung. Das Gespräch, sowie die benötigten Unterlagen für die Ermäßigung, werden natürlich vertraulich behandelt.

Extra: Blick in den Suppentopf und die Dessert-Werkstatt

Zusätzlich hatten wir noch die Gelegenheit, mit Hauswirtschaftskraft Elena Germesin zu sprechen. Sie hat vor anderthalb Jahren als Bundesfreiwilligendienstleistende im ASZ ihren Dienst angetreten. Anschließend wollte sie weitermachen. „Die Leute wachsen einem ans Herz. Hier schaut man aufeinander“, sagt sie, „Beziehungen entstehen. Hier ist es fast wie in einer Familie, die verlässt man nicht gerne.“ Ihre Kochleidenschaft kommt ihr dabei zugute. Seit 1. April 2018 ist sie nun für 14 Stunden hauswirtschaftliche Assistenz im ASZ Au. Uns hat sie in den Suppentopf schauen lassen und auch das Dessert hätten wir probieren dürfen. Wir wollen, dass jeder etwas davon hat. Deshalb haben wir die Rezepte für Suppe und Dessert für alle mitgebracht …
Rezept für Kürbis-Suppe

Leckere Kürbissuppe gibt es beim Mittagstisch im Alten- und Servicezentrum der Caritas in der Au.




Schmeckt nicht nur im Herbst, sondern generell in der kalten Jahreszeit!
Schwarzwälder-Dessert

Das Auge isst mit! Dieses Dessert ist zum Essen fast zu schade. Schwarzwälder-Dessert mit Sternen-Zierde.




Hier isst das Auge eindeutig mit und Vorweihnachtsstimmung kommt ebenfalls auf!

Das Team des Caritas-Mittagstischs im Alten- und Servicezentrum Au
Das Team des Mittagstischs: Luis Alberto Rivera, Uli Stemann, Johanna Weiel und Elena Germesin.

Spendenkonto
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Adventrufe
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BIC: BFSWDE33MUE
Ansprechpartnerin
Ansprechpartnerin: Spendenbetreuung / Spendenprojekte
Irmgard Czech

Tel.: 089 55169 223
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