Frau hält rotes Herz vor sich hin.
Es ist der Bauch einer schwangeren Frau zu sehen. Die Frau legt ihre Hände über den Bauch.
Diagnose: Schlaganfall während der Schwangerschaft

Stellen Sie sich vor: Sie sind schwanger, freuen sich auf den Nachwuchs und plötzlich nehmen Sie alles nur noch ganz verschwommen wahr und können nicht mehr sprechen. So geht es Angelika in ihrer sechsten Schwangerschaftswoche. Die Diagnose im Krankenhaus: Schlaganfall. Seitdem ist für die Mutter und deren Familie nichts mehr, wie es war. Ehemann Christian kündigt seinen Job, um voll und ganz für den Nachwuchs da zu sein. Deshalb lebt die Familie von Sozialhilfe. Lesen Sie den kompletten Adventruf bei unserem Kooperationspartner der Aktion: der Münchner Kirchenzeitung.

Wir, von der Caritas, unterstützen die kleine Familie. Unsere Kollegen der Flexiblen Familienhilfe in Garmisch-Partenkirchen bieten Hilfen zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. Interessierte Familien müssen diese Unterstützung beim örtlichen Jugendamt beantragen. Das Jugendamt entscheidet über Bewilligung oder Ablehnung des Antrags.
Worin besteht die Familienhilfe?

Unsere Fachkräfte, also Erzieher und Sozialpädagogen, helfen Familien, die oft durch eine Vielzahl von Problemen belastet sind, durch konkrete Unterstützung bei der Gestaltung des Familienalltags und sie versuchen gemeinsam Problemlagen zu verändern.
Ziel ist es, Bedingungen innerhalb der Familie zu schaffen, die vor allem dem Wohl und der guten Entwicklung der Kinder dient.
 
Die Familienhilfe unterstützt
- bei Erziehungsaufgaben
- bei Alltagsproblemen und deren Bewältigung
- bei der Regulierung von Schulden
- wenn es darum geht, Kontakt zu Ämtern und Schulen aufzunehmen.
 
Dabei arbeitet die Familienhilfe mit anderen Caritas-Einrichtungen zusammen. Zum Beispiel mit der Familien-, Sucht- oder Schuldnerberatungsstelle.


Im nachfolgenden Textabschnitt haben wir uns mit dem Sozialpädagogen Franz Seimel über Erziehungsthemen unterhalten, die rund um die Advents- und Weihnachtszeit anstehen könnten. Seine Antworten sind nicht dogmatisch zu sehen, sondern können ein erster Anhaltspunkt sein.
Sozialpädagoge Franz Seimel
1. Stichwort Wunschzettel: Ist es sinnvoll jeden geäußerten Wunsch zu erfüllen?

Jein, weil es immer gut ist, noch Wünsche offen zu haben. Hier gilt der Relativitätssatz: Je weniger Wünsche geäußert werden, desto mehr davon kann man erfüllen. Und es kommt natürlich auf die Wünsche selbst an. Haustiere beispielsweise sind gut zu überdenken: Können wir das leisten? Passt es zur Lebenssituation?
Empfehlenswert ist es, eine Wunschliste zu beachten, wenn diese erstellt wird. Und vielleicht auch mal Wünsche zu erfüllen, die man als Elternteil nicht absolut pädagogisch wertvoll findet – also gegebenenfalls doch mal das bestimmte Spielzeugauto aus Plastik, das sich sehnsüchtig gewünscht wird, kaufen und nicht die bevorzugte Vollholz-Variante.

2. Das Kind geht in die Grundschule und wünscht sich ein Smartphone. Auch, damit es künftig die sozialen Netzwerke nutzen kann. Welchen Tipp haben Sie da für Eltern?

Von der Smartphone-Nutzung im Grundschulalter wird generell abgeraten, da dies altersgemäß zu früh ist. Zudem sind die aktuell gängigen sozialen Netzwerke, wie WhatsApp, ab 16 Jahre, Facebook ab 13 Jahre und Instagram ebenfalls erst ab 13 Jahre, legal nutzbar, also weit über dem Grundschulalter. Hier macht es durchaus Sinn, sich auf die Diskussion einzulassen und auch als Eltern Position zu beziehen, auch wenn andere Kinder schon eins besitzen. Außerdem ist es möglich, mit dem Kind in den Austausch zu gehen – wieso will es in die Netzwerke? Eventuell wäre es ein Kompromiss über Eltern-Telefone, einen begrenzten Zugang zu ermöglichen.

3. Auf der Fahrt zum Verwandtschaften-Besuch an den Feiertagen quengeln die Kinder im Auto. Ihr Tipp, um die Zeit zu überbrücken?

Ein bisschen quengeln gehört auch dazu. Aber es gibt auch viele Spielideen, wie zum Beispiel Autokennzeichen raten, Christbäume zählen, rote Autos zählen, Geschichten erzählen oder zusammen singen. All das ist verbindend und kann die gemeinsame Reise zu einem Erlebnis werden lassen. Die Zeit im Auto ist ideal für Gespräche. Hier gibt’s keine Ablenkungen und man kann als Familie zusammen Spaß haben. Extra-Tipp an die Eltern:
Zeigen Sie Interesse und stellen Sie offene Fragen. Versuchen Sie, den Einsatz von Geräten zu vermeiden.

4. In der Advents- und Weihnachtszeit ist meist viel los. Und es gibt Advents- und Weihnachtsfeiern mit der ganzen Familie. Die Familie sitzt am Tisch und will essen, doch die Kinder wollen lieber spielen. Wie lautet jetzt Ihr Ratschlag?

Klären Sie vorher den Ablauf der Weihnachtsfeier, also, wann ist Essenszeit, wann Spielzeit. Es ist das Fest der Familie – das kann auch gemeinsame Spielzeit bedeuten.

5. Im Dezember gibt es für Kinder oft viele Geschenke. Erst spielen die Geschwister brav miteinander, doch plötzlich kommt es zum tränenreichen Streit. Wie lässt sich dieser Streit jetzt aus Fachsicht gut schlichten?

Zuallererst müssen die Bedürfnisse nach Trost befriedigt werden, bei beiden Kindern. Jedes Kind hat seine Version, die berechtigt ist. Dann erst ist es möglich, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

6. Viele Eltern lernen auch mit ihren Kindern im Grundschulalter während der Ferien. Inwieweit ist das sinnvoll?

Die Ferienzeit sollte der Erholung dienen. Wenn nicht gerade kurz vorher Lücken durch Fehlzeiten entstanden sind, kann man das Lernen durchaus aussetzen. Ausnahme: Lesen kann auch in den Ferien geübt werden, dann aber vielleicht eher Bücher oder Texte, die für das Kind interessant sind. Und übrigens: Auch das Rechnen kann gut in den Alltag integriert werden. Wenn beispielsweise beim Einkaufen im Kopf zusammengerechnet wird, wie viel das jetzt wohl kostet ...
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