Inkludo Dachau
Interviewfragen zum Projekt „Inkludo Dachau“
an Frau Preisinger

1. Wie kam es hier bei uns im Caritasverband München und Freising zur Projektidee „Inkludo“?

Wir bekommen immer mehr Anfragen von Eltern erwachsener Kinder mit geistiger Behinderung, die nach einer Wohnform für ihre Kinder suchen, in der sie gut betreut sind, das heißt  möglichst rund um die Uhr ein Ansprechpartner da ist und gleichzeitig möglichst selbstständig und selbstbestimmt leben können. Viele entscheiden sich bewusst gegen eine stationäre Wohnform. Sie wünschen sich soviel Normalität wie möglich. Mit dieser Wohnform werden wir diesen Ansprüchen weitestgehend gerecht. 

2) Es gibt ja bereits andere inklusive WGs. Gibt es darunter auch eine WG, die als Vorbild fungiert?

Auf einer Fachtagung habe ich einen Vortrag über diese Wohnform gehört. GLL (Gemeinsam leben lernen), ein anderer Träger in München bietet das seit 25 Jahren erfolgreich an – und kann die vielen Nachfragen gar nicht befriedigen.  Wir freuen uns sehr, dass GLL uns die Genehmigung gegeben hat, das gleiche Modell anzubieten und sind dankbar für die Tipps die wir von ihnen bekommen.
 
3) Warum wurde als Standort Dachau ausgewählt?


In Dachau bieten wir bereits verschiedene Wohnformen an. Stationäres Wohnen, eine Außenwohngruppe für Menschen, die selbständiger sind sowie Ambulant begleitetes Einzelwohnen und eine Ambulant begleitete Wohngemeinschaft für vier Personen. Die inklusive Wohngemeinschaft ist eine Zwischenform dieser beiden Angebote.
Außerdem halten wir in Dachau eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung vor. Auch dort werden immer wieder Anfragen durch Beschäftigte selbst oder ihre Angehörigen an uns herangetragen, die auf der Suche nach einer passenden Wohnform sind, die nah an ihrem Arbeitsplatz ist.

4) Ich kenne ein anderes inklusives WG-Projekt, in dem lange zur Diskussion stand: Dürfen die Bewohner eigene Möbel mitbringen, ja oder nein? Wie wird das bei „Inkludo“ sein?

Die BewohnerInnen sind Mieter im herkömmlichen Sinn. das heißt jeder ist für die Ausstattung – und übrigens auch Pflege – seines Zimmers verantwortlich. Wir als Träger statten die Gemeinschaftsräume aus – soweit möglich werden da die zukünftigen BewohnerInnen einbezogen, weil sie sich dort täglich aufhalten und sich zu Hause fühlen sollen.  
 



Projektleitung
Foto: Frau Preisinger
Frau Jutta Preisinger

Fachreferentin

für Menschen mit Behinderungen
Projektleitung "Inkludo Dachau"